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Das (click)Text-Quality-Auge

Das (click)Text-Quality-Auge

Sie ist das Auge, das über unsere clicktexte wacht …

Sie ist der mahnende Zeigefinger, wenn ein Text, der bei ihr im Postfach landet, nicht ganz so lupenrein rüberkommt …

Sie ist die Herrscherin über Grammatik, Rechtschreibung, Syntax und Ausdruck …

Sie ist der Dieter Bohlen der Text-Anmerkungen …

Sie ist the Master of the Lektoren …

Sie ist … Ulrike Dubis (und unter den clicktextern bekannt als „unsere Uli” :-))

So, jetzt mal ernsthaft! Ulrike Dubis, Autorin und Wahlgrazerin, ist clicktexts ganz persönliche Lektorin. Und weil wir durch sie genau wissen, dass eines der wichtigsten Kriterien jenes ist, die Leser von Anfang eines Textes an zu fesseln, hoffen wir sehr, dass uns dies mit der melodramatischen, „trommelwirbelnden” Ankündigung ihrer Person gelungen ist! 🙂 In unserem Interview fragen wir sie nach weiteren Kriterien und Merkmalen, die einen richtig guten Text ausmachen!

Worauf es bei guten Texten wirklich ankommt

S: Ulrike, der Titel und der Beginn des Textes sind ausschlaggebend dafür, ob sich jemand auch für den restlichen Beitrag interessiert oder nicht. Warum ist das so und wie gelingt das einem Texter am Besten?

U: Danke erstmal für das fulminant orchestrale Intro. 🙂 Hier sind wir auch schon beim Kernpunkt. Ich habe den Anfang dieses Textes hier natürlich verschlungen. Warum? Weil es um mich ging, sprich weil mich das Thema etwas anging, weil es meine Neugier zu hundert Prozent geweckt hat. Im Prinzip ist die Sache einfach: Der Titel und die ersten Zeilen müssen klar verraten, was den Leser erwartet, denn hier fällt die Entscheidung, ob jemand den Text auch lesen will. Leere Versprechen an den Leser oder Aussagen ohne konkrete Botschaft (wie z.B. Die zu besprechende Sache ist „etwas ganz Besonderes” ) lassen weiterblättern oder -scrollen. Der Titel soll catchy sein und neugierig machen. Die ersten Zeilen sollen unbedingt eine Zusammenfassung des Inhalts darstellen. Es geht heute nicht mehr darum, jeden erreichen zu wollen, sondern jenen zu erreichen, den das interessiert.

S: Was macht einen guten Text insgesamt aus? Und was sollte man unbedingt vermeiden?

U: Hierzu könnte man natürlich Romane schreiben, die gibt es ja bereits. Also kurz gefasst:

  • Lesbarkeit: Der Text sollte runtergehen wie Öl. Wenn man sich beim Lesen verhaspelt, weil die Syntax und der Rhythmus der Sätze zu unruhig oder zu verschieden sind, löst man tatsächlich eine gewisse Frustration aus und dann ist es eine Frage der diesbezüglichen Toleranz des Lesers, ob er überhaupt weiterliest.
  • Stil soll zum Inhalt passen: Ich kann happy-peppy über Urlaubsdinge schreiben, wenn ich fröhliche, urlaubsplanende Menschen ansprechen will. Wenn es um was Stylisches geht, gebe ich mich reduziert und etwas cool im Stil. Bei seriösen Themen vermeide ich umgangssprachliche Ausdrucksweisen. Im Prinzip sollte einem das der schreiberische Hausverstand verklickern.
  • Struktur ist alles: Wenn Titel und Intro abgearbeitet sind, geht es darum, dem Text eine tolle Logik einzuhauchen. Das hat fast was Mathematisches und daran scheitern oft die ganz kreativen Wortakrobaten.
  • Information ist zentral: In den meisten Texten will man in unserer Branche ja seinen Lesern etwas verkaufen oder mitteilen. Gut recherchierte Info, die einen Mehrwert bietet (insofern, als man sie nicht von woanders mit copy & paste eingefügt hat, sondern neues Wissen einbringt) verkauft sich super. Diese Texte findet man dann unter Umständen auch anderswo wieder. 😉
  • Pinsle der Zielgruppe den Bauch! Wie detailliert und auf welche Weise der Leser zu seinen Infos kommt, hängt davon ab, welche Erwartungen du als Texter an ihn stellst. Hierfür ist journalistisches Gespür wichtig: Was interessiert die Leute, die ich ansprechen will? Zum zielgruppengerechten Stil: In einer Fachzeitschrift kann ich mit Fachjargon um mich werfen, wenn ich etwas für Kinder schreibe, vermeide ich Fremdwörter.

Ok, das war jetzt doch nicht so kurz. 😉

 

Von unpassenden Titeln, zu viel Blabla und dem, was gerne konsumiert wird

S: Welche typischen Fehler kannst du immer wieder beobachten?

U: Was mich am meisten stört, sind diese unzähligen Rechtschreibfehler, die im Internet herumwuseln. Wenn sich ein Fliesenleger selber bewirbt, als top-Fließenleger, verursacht das bei mir fast körperliche Schmerzen. 😀 So weltfremd bin ich nicht, dass ich von ihm große Schreibkompetenz verlangen würde. Aber wenn sich jemand ein bisschen ernst nimmt, dann weiß der, wie er seinen eigenen Namen und Beruf schreibt, sonst verlegt der bei mir nämlich ganz sicher gar nix. Mich stört auch das viele Blabla und Drumherumgerede mancher Texter, die glauben, dass sie den Leser ewig hinhalten müssen, bis sie auf den Punkt kommen.

Gar nicht gut finde ich, wenn ein Titel etwas verspricht, das er im Text dann nicht hält. Das ist ganz, ganz schlimm und in solchen Fällen meide ich dann sogar die

Webseite wie der Teufel das Weihwasser.

Ansonsten: Es hat jeder so seine Standardfehler, wie eine unklare Ausdrucksweise, Schachtelsätze, die kein Mensch lesen will, strukturlose Texte usw. usf.

Zu euch clicktextern: Mein Dieter Bohlensches Herumkritisieren ist stets Kritik auf allerhöchstem Niveau!!!

S: Welche Textformen/welche Sprachstile eignen sich online am Besten und für welche Genres?

U: Online geht es immer kolloquialer zu, sprich sind blogartige Texte sehr gut lesbar und werden auch sehr gerne „konsumiert”. Gute Blogger haben meistens auch einen etwas eigenen, gut fließenden Stil, hier rückt ihre Persönlichkeit in den Vordergrund und es sind letztlich die Sympathie für die Person und das Interesse fürs Thema, die den Follower an die Seite binden.

Dieser Trend ist ein bisschen maßgebend dafür, was im Netz gern gelesen wird. Ob das nun Informationstexte sind, die mit guter Struktur punkten, interessante Interviews. Wichtig sind in allen Fällen die „Insights”, die ein Text liefert, die Bindung an die Seite. Stichpunkt wertvolles Hintergrundwissen oder emotionaler Content, die ein Gefühl von Zugehörigkeit vermitteln. Das ist ein Wert, der den Menschen gerade heute sehr wichtig ist.

Man denke an die Neigung der Menschen zum Cocooning, an die Einsamkeit vieler, die das mit dem Internet zu kompensieren versuchen, man denke auch an die grenzenlose Freiheit, die einem das Internet bietet oder vorgaukelt. Sensible Menschen packen das nicht und vor allem die jungen Leute klagen über Gefühle von Haltlosigkeit und Verlorenheit. Das ist jetzt alles vielleicht zu ausufernd, aber trotzdem wichtig, um zu verstehen, was sich die Menschen von Artikeln im Internet wünschen.  

S: Wie sieht das ideale Ende eines Textes aus?

U: Es gibt kein ideales Ende. Wenn der Text abgeschlossen ist und der Leser mit den aufbereiteten Informationen schön satt geworden ist, dann reicht es auch schon, nach dem letzten informativen Satz einfach aufzuhören.

Dann gibt es natürlich auch Texte, die sich den Leser als Wiederholungstäter wünschen: Hier ist ein Ende à la „stay tuned” oder ein weiterführender Link sinnvoll. Bei einem Erlebnisbericht kann ein Sinneseindruck dem Text einen schönen, bleibenden Nachgeschmack verleihen, oder sehr schön finde ich auch, wenn ein Texter mittels Wiederaufgreifen des Textanfangs den Kreis schließt.  

Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen

S: Wie hat sich das Leser-Verhalten in den letzten Jahren verändert und wie können wir uns dem anpassen?

U: Die Menschen haben einfach keine Zeit mehr – bzw. haben sie das Gefühl, dass sie keine Zeit mehr haben. Deswegen ist es besonders wichtig, bei Titel und Textanfang ganz klar auf den Punkt zu kommen. Der gehetzte Leser kann dann entscheiden, ob die Informationen oder emotionalen Werte, die ihn erwarten, attraktiv genug sind, um sie zu lesen. Interessant ist auch, dass die Menschen nicht mehr sinnerfassend lesen – können oder wollen. Sie filtern sich die Information heraus, die in ihr Denkschema reinpasst und geben dann völlig Verdrehtes wieder. Deswegen sind heute Aufzählungen und Hervorhebungen ganz essentiell, klare Strukturen, bombige Zwischentitel usw.

S: Bei welchen Online-Artikeln klickst du am liebsten rein und bei welchen klickst du direkt weiter?

U: Hier muss ich glaub ich beim Impuls starten. Entweder bin ich bereits online und mir wird ein Link angezeigt, der auf etwas Interessantes hoffen lässt, dann entscheide ich ganz nach Lust und Laune, oder – und das ist meistens der Fall – ich will spontan etwas wissen und google das. Hier schaue ich dann natürlich stark auf den SEO-Title und die Metadescription, bevor ich es anklicke. Ein gutes stellvertretendes Beispiel, mit dem sich Artikel nach dem Motto „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen” differenzieren lassen, bzw. das ganz deutlich aufzeigt, wie schwierig es ist, trotz „geschulten Auges” wirklich Brauchbares aus dem Netz zu filtern, sind Kochrezepte. Ich behaupte mal, dass die meisten nur in Textform vorliegenden Kochrezepte (mit oder ohne geklauten Fotos 😉 ) reine Texte sind. Der Autor hat sie nicht mal selber ausprobiert und dementsprechend misslingt es dann im Selbstversuch. Das ist mir gerade erst gestern passiert. Ärgerlich. Dabei bin ich gar kein Koch-Lulu.

Ich lese lieber einschlägige oder seriös wirkende Seiten. Manchmal bekommt man sogar bei der kritischen Lektüre eines ausgewiesenen Werbetextes die besten Infos raus. Das finde ich richtig super. Aber, letztendlich, können dir auch vermeintlich glaubhafte Seiten jederzeit ein Bein stellen.  

S: Worauf legst du persönlich bei einem Text am meisten wert?

U: Er muss mir einen Mehrwert bieten. Entweder versorgt er mich mit verlässlichen Informationen oder er streichelt meine Seele. Das alles natürlich vor einem seriösen oder glaubhaften Hintergrund. Dies impliziert natürlich eine halbwegs korrekte Sprache und einen guten Aufbau und Lesbarkeit des Textes.

S: Und jetzt zur Frage aller Fragen, um – gemäß deines guten Inputs – zuletzt wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen: Was unterscheidet denn nun die click-Texte von anderen Texten, außer natürlich ein penibler Qualitätscheck ganz am Ende?

U: Hier sind halt – im Gegensatz zu dem, was man sonst so zu lesen bekommt – echte Profis am Werk. Meine Nörgeleien sind – wie schon gesagt – Kritik auf höchstem Niveau. Dennoch finde ich diese Checks äußerst wichtig. Denn es gibt nur ein Ziel, und das lautet: Immer noch besser werden.

Harte Schule …

Ja, wenn Ulrike unsere clicktexte redigiert, kommt es schon mal hart auf hart. 😉 Aber wie sagt man so schön? Harte Schule – gute Schule. Und Ulrikes Schule ist somit bestimmt eine der besten! Sie führt uns immer wieder vor Augen, dass es Unterschiede zwischen 0815 Texten, guten und qualitativ hochwertigen Texten gibt – und dass wir uns als „In-die-Tasten-Hauer“ immer wieder weiterentwickeln können und auch müssen. Denn: Leser möchten ausschließlich guten Lesestoff und diesen wenn möglich auch noch fehlerfrei, sonst verschwindet man schneller vom Bildschirm oder wird schneller „weitergeblattlt”, als man bis drei zählen kann. Und dazu gehört eben eine Riesen-Portion an Passion, Kreativität und: eine Dame mit besonders kritischem Auge! 🙂

Danke dafür, liebe Ulrike, und natürlich auch für das informative Interview!

 

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