skip to Main Content
+39 0471 095 237
FACEBOOK – UNFUG ODER SINNVOLL?

FACEBOOK – UNFUG ODER SINNVOLL?

Die Menschheit ist vernetzt. Jeder. Manche mehr, so wie ich, der ca. 11h pro Tag in sozialen Netzwerken, Foren und Blogs verbringt (und das nicht nur ausschließlich beruflich), manche weniger, wie z.B. mein Schwiegervater, der keinen Facebook Account hat und mit seinem iPad gelegentlich auf Nachrichtenportalen das Neueste vom Tage recherchiert oder seine Emails checkt.

 

„MAN MUSS JA NICHT JEDEN SCHEISS MITMACHEN“

Facebook und die anderen sozialen Netzwerke polarisieren. Auf der einen Seite Nutzungsbedingungen, die immer wieder als das Ende der Privatsphäre verteufelt werden (und das meiner persönlichen Meinung nach zu Unrecht, man beachte meinen Blogbeitrag zum Thema Datenschutz), auf der anderen Seite Menschen, die tagtäglich Einblicke in ihre privatesten Momente geben. Und in der Tat, Facebook ist das, was man selbst daraus macht: es bietet wunderbare Möglichkeiten, mit weit entfernten Freunden in Kontakt zu bleiben und ein Stück weit an deren Leben teilzunehmen, es ist aber auch eine gigantische Datenbank, deren Betreiber natürlich Geld verdienen wollen.

Doch warum sind Menschen auf Facebook? Warum stellt man dort überhaupt Bilder ein, oder gibt private Daten wie Geburtstage, Telefonnummern oder Film-Vorlieben an?

 

DER MENSCH IST EIN SOZIALES WESEN

Was wäre der Mensch ohne seine Kontakte: Die Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Teamkameraden. Wir treffen sie täglich, unterhalten uns mit ihnen, von Angesicht zu Angesicht oder auch am Telefon. Neuerdings aber eben auch zunehmend online. Chats, HangOuts, Skype, WhatsApp, das sind alles letztlich nur neue Formen der Kommunikation. So gesehen ist ein Gruppenchat auf Facebook nichts anderes, als eine Unterhaltung unter Freunden in einem Cafè. Nur können die Gesprächsteilnehmer eben beliebig weit weg sein.

 

DIE WELT RÜCKT DIGITAL ZUSAMMEN

Und das ist sicher der größte Vorteil dieser (neuen) Kommunikation: sie bringt zusammen, was getrennt ist. Als Ruhrpott-Kind in Südtirol kann ich ein Lied davon singen. Noch heute pflege ich meine Kontakt in die alte Heimat über das Internet, wie anders könnte ich sonst so unmittelbar über die Geschehnisse vor Ort informiert bleiben. Egal ob im Nachbarort oder auf einem anderen Kontinent, das Internet ist eine Plattform, auf der man andere an seinem Leben teilhaben lassen kann.

 

DAS SELFIE IST NUR EIN SYMPTOM – SELBSTDARSTELLUNG IST DIE KRANKHEIT

Nur wie so oft: wo Licht ist, da ist auch Schatten. Muskelprotze, die ihre Protein- und Stereoid-gestählten Muskeln im Spiegel fotografieren. 14jährige, die Schminktipps geben, damit man aussieht wie Mila Kunis, das 50. Foto vom Kind beim Spielen (das birgt sowieso nochmal ganz andere Probleme in sich, aber lassen wir das hier), das 75. Foto von der Katze. Nur weil es die Möglichkeit gibt, heißt das noch nicht, dass man seine Freunde an wirklich JEDEM Aspekt seines Lebens teilhaben lassen muss/soll. Viele Menschen nutzen Facebook und Co. inzwischen vor allem zur Selbstdarstellung. Man selbst am Strand, in den Bergen, im Fitnessstudio in der Disco, beim Zigarre rauchen. Morgens, mittags, abends.

 

DAS GANZE F HAT AUCH GUTE SEITEN

Es geht aber nicht nur ums „in Kontakt bleiben“ mit Freunden. Firmen, deren Produkte uns interessieren, Personen des öffentlichen Lebens, die wir schätzen oder auch Bands, Filme, jeder uns alles hat inzwischen eine Facebook-Fanpage und versorgt uns zentral auf einer einzelnen Plattform mit interessanten Informationen, Einblicken hinter die Kulissen, Sonderangeboten oder anderen Fakten (wenn gut betreut). Und dann gibt es auch noch Facebook Gruppen: Auch diese Interessensgemeinschaften (teilweise mit mehreren zehntausenden Mitgliedern) gibt es zu Millionen und zu allen erdenklichen Themen. Man diskutiert dort über Hobbies, sieht was die Nachbarn so an Kleinkram zu verkaufen oder zu verschenken haben oder plant im Freundeskreis die nächste gemeinsame Reise. Hier hat Facebook inzwischen ein starkes Standing, als Basis für die unterschiedlichsten Interessensgruppierungen und als Ersatz für z.B. ein eigenes Forum.

 

DIE DUMMEN MACHT ES DÜMMER … DIE KLUGEN KLÜGER

Natürlich kann man sich per Facebook erzählen lassen, wie sich Mila Kunis schminkt, das Video von den 50. krassesten Parcour-Fails angucken oder sich erzählen lassen, dass man natürlich so aussehen kann wie Arnold Schwarzenegger, wenn man nur gelegentlich diesen Proteinshake trinkt.

Der Mehrwert hiervon? Sagen wir mal „Unterhaltung“ à la „Lindenstraße“. Oder man kann in Gruppen diskutieren, wie die Brennweite eines Objektivs optimal für Stillleben einzustellen ist, wie man seinen Motorroller selbst repariert, das Handy für lämgere Akkulaufzeiten konfiguriert oder welcher Tag ideal für einen Besuch des Venediger Karnevals ist (Montags, übrigens).

Es gilt für Facebook also das, was vermutlich für alle anderen Medien auch gilt: für jeden ist etwas dabei und wie man das Medium nutzt, bleibt einem selbst überlassen. Die Zeit totschlagen oder etwas lernen, mitdiskutieren oder zuhören. Das Besondere an Facebook ist, dass es einfach ALLES bietet. Das macht die Auswahl natürlich nicht unbedingt leichter.

 

Wie nutzen Sie Facebook? Nur beruflich? Aktiv oder passiv? Ich bin auf Ihre Antworten gespannt.

Back To Top