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PRAKTIKUMSBERICHT MAL ANDERS

PRAKTIKUMSBERICHT MAL ANDERS

Mein Praktikum: Klicken, texten, redigieren

Muss ich eine Karriere als Kaffeeversorgerin anstreben, als Kopierbeauftragte verzweifelt die Minuten zählen, oder werde ich einfach als Mädchen für alles, wofür bisher keiner Lust hatte, in die Langeweile getrieben? Ein kurzer Moment der Panik stieg in mir hoch, als ich ans clicktext-Büro klopfte. An meinem ersten Praktikumstag. Der erste von zwei Monaten.
Noch bevor ich mir weitere Horrorszenarien ausmalen konnte, befand ich mich bereits mittendrin. Ines, Nils und Barbara schienen auf den ersten Blick schon mal ganz nett zu sein und auch die Sorge, dass ich mich langweilen könnte, verflog ziemlich schnell. Gefühlte 50 Aufgaben wurden mir in der Wunderlist zugeteilt, bei deren Anblick ich zunächst nichts als Fragezeichen im Kopf hatte. So vieles war neu für mich. Zugegeben, weder mein Soziologie- noch das Politikwissenschaftsstudium gaben mir besonders viel Vorwissen fürs Content- und Social Media Marketing mit. Vielmehr war es die Liebe zur deutschen Sprache, die mich dazu bewog, mich hier zu bewerben und die vielen sich auftürmenden To Dos im clicktext-Arbeitsalltag, die mir recht schnell die Zusage sicherte.

Wow, Facebook ist ja sinnvoll!

Es gab also jede Menge zu tun und zu lernen. Auch hinter der Fassade von Facebook, in die ich bisher nur begrenzt hineingespäht hatte. Ich kämpfte mich durch den Dschungel an Fachwörtern in perfektem Denglisch, mit denen Nils so gerne um sich schmeißt, und stellte überrascht fest, dass Facebook doch tatsächlich mehr sein kann als nur eine Plattform für Selbstdarstellung und Egopflege. Jeder meiner Klicks kann für Werbung genutzt werden und mich in eine Zielgruppe befördern, die danach wiederum gezielt angesprochen werden kann. Die Naivität, mit der ich bisher die Social Media Werbung (oft unbewusst) wahrgenommen habe, gehört von nun an definitiv der Vergangenheit an. Jetzt weiß ich selbst ganz genau, wie man Facebook-Nutzer am besten verwenden kann – etwas Nützliches hab ich also schon mal gelernt.

Meine Königsdisziplin

Facebook ist wirklich eine spannende und ganz tolle Sache, dennoch machte mein Herz immer einen kleinen Freudensprung, wenn ich wieder irgendetwas schreiben durfte. Ob Blogeinträge, Webtextierung oder Korrekturlesen, ich konnte eigentlich nie genug davon bekommen, meine sprachliche Kreativität auszuleben. Auch wenn mich Ines ganz schön einschüchterte, wenn sie mir mal wieder einen Hab-ich-nur-schnell-schnell-geschrieben-Text weiterleitete, der jedoch schon erschreckend nahe an meine Vorstellungen von göttlicher Perfektion kam. Deshalb war es immer Freude und Erleichterung zugleich, wenn auch das, was ich so produzierte, für gut befunden wurde. Nicht nur sprachlich konnte ich einiges dazulernen und mich schon in der kurzen Zeit merklich weiterentwickeln, auch was SEO-Optimierung angeht hab ich nun das nötige Knowhow.

Die kreative Stimmung im gemütlichen Büro zeichnete sich meist durch konzentrierte Stille gefüllt mit Klick- und Tastaturklängen aus, die hie und da von kurzem Jammern oder Fluchen, singenden Freudenausbrüchen oder Erziehungstelefonaten mit pubertierende Mädchen (die Kinder von Ines und Nils sind dafür noch zu klein, Barbara ist diejenige, die per Telefon Ihre Mädels dirigieren muss) unterbrochen wurde.

Alles in allem ein wirklich tolles Praktikum für mich, bei dem ich in einem super Team eigenständig arbeiten und vieles ausprobieren durfte. Dadurch wurde mir auch meine eigentliche Erwartung, die ich daran hatte, erfüllt: Ich weiß jetzt ziemlich gut, was ich will.

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