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ZWISCHEN BABYKLEIDUNG UND FACEBOOK-MARKETING

ZWISCHEN BABYKLEIDUNG UND FACEBOOK-MARKETING

Die Fanseite auf Facebook als Vermarktungsplattform von kleinen Unternehmen, das ist keine schöne Best Practice Studie, sondern für Sabrina von Kindskopf gelebte Realität. Wie die heute 34-jährige ihr Business mit dem sozialen Netzwerk aufbaute und heute begleitet, davon berichtet sie selbst, in einem kleinen Interview, das ich bei Hirtenmaccheroni und eiskalter Cola mit ihr geführt habe.

Die Vorgeschichte

Seit fast genau 9 Monaten bin ich glücklicher Vater eines strammen, gesunden Jungen. Klar, dass sich da im Leben so einiges ändert. Nicht nur bei der Nachtruhe oder der Abendgestaltung nach dem Büro. Man achtet auch auf Dinge, die einem sonst nicht aufgefallen wären – zum Beispiel auf die fröhlich bunten Kleidungsstücke von Kindskopf, die ich immer häufiger in meinem Facebook Newsfeed sah. Kein Wunder dachte ich, denn viele meiner Facebook-Freunde sind inzwischen auch Mama und Papa und beschäftigen sich mit ganz ähnlichen Themen.
Ich schaute genauer hin und stellte fest, dass der Admin von Kindskopf alles genau so machte, wie wir es in unserem Blog schon lange empfehlen: Engagement der Leser aufrecht erhalten mit offenen Fragen und kleinen Spielchen, relevante Inhalte, die den Fan interessieren, hohe Postfrequenz und gute Bilder. Dabei war aber schnell klar, dass da keine Agentur dahinter steckte, sondern dass sich die Inhaberin selbst darum kümmerte. Meine Neugier war geweckt, und da in sozialen Netzwerken der Kontakt schnell hergestellt ist, erfuhr ich auch bald, dass sie sich trotz zweier Kinder, einem gut gehenden Betrieb, in dem sie voll mitarbeitet und zahlreicher Messe- und Verkaufsveranstaltungen (wie ich später erfuhr) ganz alleine um ihre Fanpage kümmerte. Ich wollte mehr wissen, wie es denn so ist, als kleines Unternehmen im Facebook-Dschungel und lud sie zum Mittagessen ein.

Sabrina, 2014 hast du noch alleine mit deiner privaten Nähmaschine auf dem Dachboden gearbeitet, 2015 hast du neue Produktionsräume, eine Mitarbeiterin eingestellt und auch dein Mann hilft inzwischen im Betrieb. Wie kam es zu diesem rasanten Wachstum?
Neues auszuprobieren war schon immer mein Ding. Ich habe in vielen kleinen Firmen und Start-Ups gearbeitet, bin von Köln über Liechtenstein letztlich nach Südtirol gekommen und hier geblieben. Das Nähen hatte ich von meiner Mutter, einer gelernten Schneiderin. Wirklich angefangen habe ich damit aber erst, als ich das erste Mal schwanger war. Meiner Tätigkeit als Zumba-Trainerin konnte ich nicht mehr nachgehen, deswegen machte ich aus Langweile ein paar Halstücher, die bei Freunden und Verwandten reißenden Absatz fanden. Bei meinem zweiten Kind habe ich dann mit Wickeltaschen weiter gemacht. Und da ich schon immer mit dieser Gründermentalität der Start-ups zu tun hatte und als Trainerin eh selbständig war, fiel mir der Schritt leicht, mich in diesem Sektor zu versuchen. Der Durchbruch kam, als die InSüdtirol groß über mich berichtet hat, seit dem läuft alles wirklich super.

Welche Rolle hat Facebook dabei gespielt?
Ich habe von Anfang an auf Facebook gesetzt und eine Fanpage eingerichtet. Danach habe ich mehr oder weniger durch Ausprobieren alles gelernt. Ich habe einfach die Funktionen angeklickt, die Facebook zur Verfügung stellt und soweit optimiert, wie ich es damals eben konnte. Gott sei dank ist meine Zielgruppe sehr klar und meine Produkte decken eine wirklich tolle und emotionale Nische. So konnte ich mir schnell eine Online-Präsenz aufbauen und auch schon einige Verkäufe tätigen.

Wie oft und was postest du so im Allgemeinen?
Ich versuche alle 2-3 Tage einen Beitrag zu veröffentlichen. Das fällt mir recht leicht, weil bei uns eigentlich immer etwas los ist, was auch unsere Fans interessiert. Neue Produkte, neue Farben, neue Stoffe. All das gibt tolle Bilder ab und lässt die User teilhaben an unserem Tagesgeschäft. Teilweise schaffe ich es aber auch mal nicht, weil einfach zuviel zu tun ist, dann muss die Fanpage warten. Vor wichtigen Veranstaltungen erhöhe ich dann die Frequenz soweit möglich wieder etwas. Auf die Sache mit den offenen Fragen oder die Wichtigkeit der Tageszeit bin ich nach und nach selbst gekommen. Man merkt das, wenn man sich regelmäßig mit der Fanpage beschäftigt. Auf einen Redaktionsplan habe ich bewusst verzichtet. Ich möchte da einfach spontan sein.

Nutzt du auch bezahlte Werbung?
Ich gebe monatlich ca. 150 € für Werbung aus. Am Anfang habe ich damit vor allem Fans aufgebaut, heute geht es eher um die Bewerbung einzelner Beiträge, z.B. von anstehenden Veranstaltungen, Messen, Märkten, aber auch um die Präsentation neuer Produkte. Inzwischen ist es so, dass eine Produktvorstellung auf Facebook fast immer einiges an Bestellungen nach sich zieht.

Was machst du sonst noch an Marketing?
Wenig, eigentlich läuft alles über Facebook. Ich habe zwar eine Website und auch einen kleinen Shop, aber am liebsten würde ich alles über Facebook abwickeln. Der Grund überhaupt etwas außerhalb zu machen ist die Abneigung eines doch recht großen Anteils meiner Kunden. Ziemlich viele haben eben kein Facebook-Konto.

Wie wird es weiter gehen?
Derzeit wird alles ein bisschen schwieriger, ich merke, wie die Reichweite meiner Beiträge etwas zurück geht und auch die neuen Fans abnehmen. Vermutlich ist einfach eine gewisse Sättigung erreicht. Der nächste Schritt wird also vermutlich „neue Zielgruppen außerhalb Südtirols“ heißen. Italien ist ein interessanter Markt, aber natürlich auch Österreich und Deutschland. Letztlich reichen ja ein paar Klicks, um diese neuen Personenkreise zu erreichen.

Hast du einen Tipp für die kleine Firmen auf Facebook?
Einfach machen. Je nach Sektor ist das Ganze mehr oder weniger schwierig, aber mit Facebook hat man schnell eine Online-Präsenz und kann viele Leute erreichen. Damals bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, mir professionelle Hilfe zu suchen, aber heute würde ich das Ganze wohl von vornherein etwas methodischer aufziehen. Zeit ist Geld und wenn man die Abkürzung nehmen kann und sich das Wissen direkt einkauft, dann ist das sicherlich ein klarer Vorteil. Auch weil die Konkurrenz immer größer wird. Ansonsten muss ich sagen: Facebook war gut zu mir und ist immer noch mein wichtigster Marketing-Kanal.

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