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TOURISMUS-WEBSITES MIT INHALT – RETTET DIE TEXTE!

TOURISMUS-WEBSITES MIT INHALT – RETTET DIE TEXTE!

Je höher die technologischen Ansprüche an Websites und Plattformen touristischer Natur werden, umso mehr scheinen sie Gefahr zu laufen, am eigentlichen Ziel vorbeizuschießen: am Informieren. Und das wird nunmal nicht über trendiges Webdesign oder Open-Graph-Optimierung erreicht – sondern einzig und alleine über die Inhalte, die auf den Seiten präsentiert werden. Ob der User, sprich: der Gast, sich nun die Website eines Skigebiets, einer Südtiroler Ferienregion oder eines Hotels ansieht – er tut dies aus einem ganz bestimmten Grund: er sucht nach Information und Emotion.

Natürlich ist es fundamental, dass touristische Websites und Plattformen aktuellsten technologischen Standards entsprechen. Doch sollte die eigentliche Aufgabe der Seiten nicht in den Hintergrund rücken: das Kommunizieren der USPs, also der Alleinstellungsmerkmale der Destination und folglich das Überzeugen des Website-Besuchers vom eigenen Angebot in Form von Fotografie, Video und Text. Ja, Text. Denn mag das Web auch nach wie vor ein visuelles Medium sein: alle Informationen können natürlich nicht per Bild vermittelt werden.

 

‚Wieso ist der Inhalt einer Website so wichtig? Naja, schließlich ist es der Inhalt, weswegen Besucher auf eine Seite kommen. Navigation, Design und Technologie unterstützen das Vermitteln des Contents. Leute besuchen eine Seite, weil sie Fragen haben.‘

 

DAS WEB ALS NEUES TEXTFORMAT

Der Webtext genoss bis vor kurzem einen schlechten Ruf bei Werbetextern und Redakteuren, stellte er doch lange Zeit technisches Wissen und SEO-Kenntnisse als Kompetenz vor die journalistischen Fähigkeiten. So litt der Webtext im Gegensatz zu jenem in Broschüren oder Prospekten unter chronischer Fantasielosigkeit und den Lesefluss hemmendem ‚Keywordstuffing‘ (‚Verbringen Sie Ihren Urlaub in XY. Denn Urlaub in XY verspricht Ihnen angenehme Stunden. Urlaub und Ferien in XY …‘ – und so ging es dahin). Solche Texte sind für den Leser weder informativ noch unterhaltsam, und sie wecken keine positive Emotionen. Das Ergebnis: für eine Weile mögen solcher Art betextete Seiten vielleicht gut in den SERPs gerankt haben – leider ließ die Zufriedenheit der Besucher mit den von Google präsentierten Ergebnissen dann aber zu wünschen übrig und der Schuss ging nach hinten los.

 

‚Gottseidank haben ein cleverer Panda und ein fröhlicher Pinguin frischen Wind in die Webtexter-Szene gebracht. Will eine Seite mit einer vorteilhaften Position in den Google-Suchergebnissen vertreten sein, so ist heute die Textqualität entscheidend! Beim Texten selbst darf/soll/muss wieder an die Zielgruppe gedacht werden, und nicht an das Beeinflussen der Suchmaschine.‘

 

Und just seit diesem Augenblick können Werbetexter und Redakteure sich auch für die Plattform Internet begeistern. Ihr Handwerk ist nun auch im Web gefragt.

 

DER USER IST EIN LESER

Langsam, aber stetig hält der Gedanke ‚CONTENT IS KING‘ nun Einzug in die touristische Weblandschaft Südtirols. Immer seltener muss ich erläutern, weshalb die von mir erstellten Webtexte auf emotionalen Einstiegen, Insider-Tipps oder kleinen Geschichten basieren und eben nicht immer das Keyword an erster Stelle in der Überschrift h1 enthalten oder in der zweiten Zeile, drittes Wort von hinten. Diese Vorgehensweise, anhand spezieller Analysetools die Top-Keywords vor der eigentlichen Schreibarbeit zu filtern und den Text vollkommen darauf auszurichten, gehört (oh wie freut mich das!) der Vergangenheit an.

Googles Kriterien für einen ‚guten‘ und somit ‚rankenswerten‘ Webtext haben sich geändert! Damit ist es nun auch einfacher, sich wieder auf das eigentliche Ziel touristischer Websites zu konzentrieren: Schließlich geht es darum, aus einem Besucher einen Gast zu machen. Und ist es dann nicht fast zwingend erforderlich, ihn emotional abzuholen und ihn über die jeweiligen Themen so ausführlich und spannend wie möglich zu informieren? Guter Inhalt schafft das. Einem interessanten, unterhaltsamen, informativen Text gelingt das. Es geht darum mehr zu bieten, als ‚grüne Wiesen, hohe Berge und leckeres Essen‘ umschmückt mit Klischees vom ‚traumhaften Panorama‘ bis hin zum ‚Urlaubserlebnis der besonderen Art‘ (was auch immer das bedeuten mag), aufgefüllt mit ein und denselben Worten, wieder und wieder.

 

Warum ist es inzwischen nicht mehr erforderlich, zuerst mit vordefinierten Analyse-Tools nach Keywords Ausschau zu halten, um danach eine Seite mit allen Mitteln auf exakt diese(s) Wort/e auszurichten? Hier seien nur einige Beispiele genannt:

 

AUS DER SICHT DER SUCHMASCHINE

  • Die User Experience ist wichtig für das Ranking der Site! Die durchschnittliche Zeit, die Besucher auf einer Seite verbringen, ist mit ausschlaggebend für ihre Positionierung in den Google-Suchergebnissen. Gut geschriebene, informative und unterhaltsame Texte tragen maßgeblich zu beidem bei.
  • Keywordstuffing (übermäßiges Verwenden bestimmter Begriffe um die Suchmaschine zu beeinflussen) wird abgestraft – die Verwendung von Synonymen innerhalb von Texten wird von Google hingegen erkannt und positiv bewertet (entspricht wiederum journalistischer Qualität). Sogar Meta-Daten von Websites sollen nicht mehr Keyword-Fokus, sondern Verkaufsabsicht bezeugen.
  • Die Seite als zentrale Kommunikationsplattform: Eine dynamische Seite wird nicht nur von Google besser bewertet als eine statische Website. Laufend neue Inhalte auf einer Seite ziehen auch (neue) Besucher an (Content Marketing ist das neue Buzzword).

 

AUS DER SICHT DES USERS

  • Gute Texte = gutes Image! Eine Website, die Rechtschreibfehler enthält kommt einfach nicht gut an, genauso wenig wie ein lieblos dahin geschriebener Text voller nichtssagender Klischees es schaffen wird, seine Leser zu begeistern.
  • In der Flut an Informationen, die jedem im Web entgegenschlägt, muss es sich schon um einen besonderen Text handeln, damit er auch gelesen wird. Langweiliges Marketing-blabla interessiert heute keinen mehr.
  • Das Layout eines Textes ist wichtig. Im Web wird schließlich scannend gelesen. Aber auch die Textlänge ist bedeutend! Es sollte genau so viel Platz für Text einer Seite vorgesehen werden, wie gebraucht wird, um alle überzeugenden/wesentlichen Informationen unterzubringen. Heute ist es leider so, dass oft zuerst das schicke, stylische Layout entworfen wird, bevor über die Inhalte nachgedacht wird, die vermittelt werden sollen. Das lässt dem Texter oft wenig Spielraum und es kommt vor, dass die Informationen, die für den User (und die Suchmaschine!) relevant wären, nicht alle effizient aufgeteilt untergebracht werden können.

 

Im nächsten Beitrag lesen Sie über Storytelling: Geschichten mit Mehrwert. Wir berichten live von der Content Marketing Konferenz in Köln.

 

 

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